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postheadericon Kreativität als Grundlage Kreativen Schreibens

Kreativität (engl.: creativity) ist ein viel bemühtes Modewort unserer Zeit. Umgangssprachlich bezeichnet es Eigenschaften wie "schöpferisch", "genial", "produktiv" oder "phantasievoll", ist jedoch uneinheitlich und nicht klar definiert.

Die amerikanische Forschung begann nach dem zweiten Weltkrieg, sich - ursprünglich aus ökonomischen Interessen - systematisch mit Fragen "schöpferischen" Potentials zu beschäftigen. Der amerikanische Psychologe J.P. Guilford führte 1950 für diese Forschungsbemühungen den Begriff der Kreativität ein. Später spielten auch humanistische Einflüsse eine Rolle.

In der Wissenschaft besteht bis heute keine vollständige Einigkeit darüber, worin Kreativität besteht. Sicher ist, daß es sich um ein komplexes menschliches Phänomen handelt, das sich mit wissenschaftlichen Mitteln nur teilweise erfassen läßt.

Die Kreativitätsforschung hat jedoch eine Reihe von Faktoren bestimmt, anhand derer eine systematische, wenngleich annähernde Beschreibung möglich ist. Die folgende Beschreibung kombiniert verschiedene Erkenntnisse und Ansätze der Kreativitätsforschung. Sie verdeutlicht, welche Rolle Kreativität im menschlichen Leben spielt und welches "revolutionäre" Potential sie besitzt.

Kreativität im engsten Wortsinn bedeutet "Schöpfung" (lat.: creare = hervorbringen, erschaffen, ins Leben rufen). Im Kern bezeichnet sie die Fähigkeit des Menschen, etwas Neues, d.h. vorher Unbekanntes hervorzubringen.

Im engeren Sinne kann Kreativität verstanden werden als die natürliche Fähigkeit und das Grundbedürfnis des Menschen, seinem Wesen handelnd Ausdruck zu verleihen und eine als bedrohlich, feindlich oder frustrierend empfundene Umwelt produktiv zu verändern. In dauerhafter geistiger und physischer Interaktion mit seiner Umwelt schafft sich der Mensch durch Umwandlung des Bekannten ins Unbekannte seine spezifischen Lebensräume und -bedingungen und entwickelt zugleich seine kulturelle und soziale Identität. Im kreativen Akt bringt der Mensch etwas relativ Neues hervor (vgl. Abschnitt "kreativer Prozess"). Um als "kreativ" zu gelten, muß das kreative Produkt subjektiven, individuellen und gesellschaftlichen, qualitativen Kriterien genügen; es muß nützlich und angemessen sein.

Kreativität erwächst aus den komplexen Zusammenhängen zwischen dem Mensch und seiner Umwelt. R.L. Mooney systematisierte diese Zusammenhänge anhand der vier Kategorien Person, Umwelt, Prozeß und Produkt, die im Folgenden erläutert werden.